Globale Marktplätze wie Alibaba und Amazon werden bis 2020 einen Anteil von 39% am gesamten Online-Handel haben. Das ist die Erwartung einer Gruppe Händler, die im Rahmen der Studie ‘The Rise of the Global Market Places’ von der ECommerce Foundation und der Nyenrode Business University befragt wuden. Händler haben jedoch nicht das Gefühl, bedroht zu werden: Sie haben eher einen sehr positiven Ausblick in Bezug auf ihre Zukunft. Obwohl sie erwarten, dass Marktplätze einen hohen Marktanteil erreichen, glauben sie auch an das Wachstum der eigenen Unternehmen.

"Nach Angaben der befragten Unternehmen können E-Commerce-Plattformen in der Tat den nationalen und internationalen Vertrieb der Einzelhändler und Marken deutlich erhöhen und  ihnen helfen, mehr Kunden zu erreichen", sagt Jorij Abraham, Direktor für Forschung & Beratung bei der  Ecommerce Foundation. "Allerdings berechnen Marktplätze den Unternehmen, die ihre Dienste nutzen, einen hohen Preis, und schneiden so in einen großen Teil ihrer Margen und Gewinne." Darüber hinaus neigen Einzelhändler dazu, ihre Leistung  im Vergleich zu den Marktplätzen zu überschätzen, erläutert  die Studie. Generell geben Einzelhändler  an, Marktplätze in beinahe allen Aspekten  zu übertreffen, vor allem in kundenorientierte Prozessen wie Kundenerfahrung und Service. Nur im Hinblick auf IT und Big Data sind Einzelhändler zurückhaltender.

"Die Studie  'The Rise of the Global Market Places' ist ein Weckruf für viele Einzelhändler", sagt Prof. Kitty Koelemeijer von der Nyenrode Business University. Wer keine klare Zukunftsvision für Kundenpflege und Marketingaktivitäten hat und dynamisch auf den Markt reagieren kann, wird kaum überleben, sagt die Expertin.

Globale Marktplätze wachsen in einem rasanten Tempo, so zeigen die in der Studie veröffentlichten Daten. Das gemeinsame Umsatzvolumen von Amazon, Ebay und Alibaba zusammen übersteigt zum Beispiel das BIP von Finnland sowie das der Philippinen.